Presseberichte

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Heidenheimer Zeitung vom 29.2.2020 nach dem Treffen von Vertretern der Interessengemeinschaft mit dem Bürgermeister Ilg.

Eine Interessengemeinschaft und die Stadtverwaltung liegen erheblich auseinander, was den Umgang mit der neuen Technologie vor Ort anbelangt.
Das Ziel klingt ambitioniert: „Wir fordern den sofortigen Ausbaustopp von 5G in Heidenheim und haben die Durchführung eines Bürgerbegehrens geplant.“ Und: Der Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur mit der 5G-Technologie dürfe nicht ohne Prüfung der Gesundheitsverträglichkeit und ohne Technikfolgenabschätzung erfolgen. Beide Sätze finden sich auf der Homepage der Interessengemeinschaft (IG) „Aufklärung Mobilfunk/5G“, die im April 2019 zusammengefunden hat. Ein Schritt auf dem formulierten Weg war jetzt ein Gespräch im Rathaus, an dem neben drei Vertretern der IG auch Oberbürgermeister Bernhard Ilg, Daniel Fabian, der Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste, und Franz Hummel, Leiter des Geschäftsbereichs Bauordnung und Denkmalschutz, teilnahmen.


600 Unterschriften gesammelt
Laut Linda Mosch, die für die Öffentlichkeitsarbeit der IG verantwortlich zeichnet, war das Gespräch von der Hoffnung begleitet, die Rathausspitze von der Notwendigkeit einer Bürgerversammlung zu überzeugen. Diese Absichtserklärung findet sich auch im Eingangstext einer Liste, mit der die IG seit Längerem Unterschriften für ihr Anliegen sammelt: die „Durchführung einer Einwohnerversammlung“ auf den Weg zu bringen und den 5G-Ausbau in Heidenheim anzuhalten. Begründung: „Der Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur mit der 5G-Technologie darf nicht ohne Prüfung der Gesundheitsverträglichkeit und ohne Technikfolgenabschätzung erfolgen.“ Rund 600 Namen stehen mittlerweile auf besagter Liste. Sie wurde am vergangenen Donnerstag noch nicht an Ilg übergeben, obwohl auch er im Anschreiben ausdrücklich angesprochen wird, „da die IG erst einmal an seine Einsicht appellieren wollte“, sagt Mosch.


Zuständigkeit beim Bund
Ilg wies derweil darauf hin, dass der von der IG angeführte § 20a der Gemeindeordnung einen eindeutigen Adressaten nennt: „Eine Bürgerversammlung wird vom Gemeinderat beschlossen und nicht von der Stadtverwaltung“, so Ilg. Außerdem müsse sie kommunale Themen betreffen. Das sei bei 5G jedoch nicht der Fall: „Die Rechtslage ist eindeutig so, dass die Zuständigkeit beim Bund liegt und wir auch nicht die Genehmigungsbehörde sind.“ Ilg riet den Vertretern der IG, sich aufgrund der Faktenlage an die drei Heidenheim im Bundestag vertretenden Abgeordneten zu wenden. Das werde geschehen, sagt Mosch. Trotzdem stelle sich die Frage, warum etwa in Bad Wiessee der Gemeinderat über jeden 5G-Standort einzeln abstimmen wolle und dazu wohl auch die Möglichkeit habe. In Genf und Brüssel sei der Ausbau erst einmal gestoppt worden.


Alle Flyer verteilt
Weiterhin würden Unterschriften gesammelt und Informationsveranstaltungen für die offenkundig für das Thema sehr zugängliche Öffentlichkeit organisiert, so Mosch weiter. Beispielsweise seien am vergangenen Samstag an einem Stand in der Fußgängerzone sämtliche 300 verfügbaren Flyer verteilt worden. Als auffallend wenig interessiert hätten sich bislang junge Familien mit Kindern gezeigt, während in zunehmendem Maße Jugendliche Auskünfte verlangten. Bei den nun folgenden Schritten werden Expertenmeinungen die wesentliche Rolle spielen. Für Mosch und ihre Mitstreiter sind im Wesentlichen zwei Fragen zu klären: „Ist 5G gefährlich, und inwieweit werden wir noch gläserner?“ Dabei scheint eine rundweg ablehnende Haltung nicht zementiert: „Sobald uns eine fundierte und objektive Unbedenklichkeitserklärung vorliegt, haben wir nichts gegen 5G.“


Aufklärung über Gesundheitsgefahren
Seit April 2019 gibt es die IG „Aufklärung Mobilfunk/5G“. Sie hat mittlerweile rund zwei Dutzend Mitglieder, die einen bunten Querschnitt der Bevölkerung repräsentieren. Die IG versteht sich als überparteiliche und unabhängige Organisation, die die Öffentlichkeit angesichts offener Fragen unter anderem hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Gefahren des neuen Mobilfunkstandards mit Informationen versorgen möchte. Das geschieht unter anderem bei Vortragsveranstaltungen.

Heidenheimer Zeitung vom 13.02.2020 Leserbrief zum neuen Mobilfunkstandard 5G.

Ich möchte kein 5G. Weder für mich noch für meine Kinder, die auch gern darauf verzichten. Dass es uns jett einfach so aufgezwungen wird, ist doch sehr erschreckend und skandalös.Jeder beklagt den Rückgang der Menschlichkeit seit dem Umgang mit Handy und Co. Doch jetzt soll noch eins draufgesetzt werden. Ja, sogar mit die Ersten sollen wir nach dem Willen der Verantwortlichen sein, obwohl über Auswirkungen so gut wie nichts preisgegeben wird. Wurden wir alle informiert oder aufgeklärt? Wurde das Thema in der Öffentlichkeit, im Dialog mit uns Bürgern, diskutiert? Werden unsere Befürchtungen ernst genommen? Haben die Stimmen aller Bürger das gleiche Gewicht? Und warum diese Eile, und diese kleinen Mitteilungen, um uns vor vollendete Tatsachen zu stellen, mal wieder? Und wenn es erst mal da ist und sich als Fehler erweist, wer hat dann die Verantwortung? Wir wissen es: niemand! Niemand wird es rückgängig machen, oder?! Das ist für mein Empfinden weder anständig noch fair und kein bisschen demokratisch! Ich habe jetzt schon viele Menschen zu ihrer Meinung dazu gefragt und siehe da: Die wenigsten wissen überhaupt etwas zu dem Thema, viele nur sehr wenig. In Brüssel z. B. hat sich der Bürgermeister deshalb entschieden, erst mal Nein zu sagen, um seine Bürger nicht als Versuchskaninchen auszuliefern. Hut ab vor so einem Verhalten! Das hätte ich mir von unserem Bürgermeister auch gewünscht. Ein demokratisches, herzorientiertes Denken und Handeln für unsere Kinder und unsere Zukunft. Es gab schon zu viel kurzsichtige Entscheidungen, deren Folgen die nächsten zu tragen haben. Es muss sich mal was ändern, und das geht nicht, indem man für äußerst fragwürdige Vorteile, auf die die meisten gern verzichten würden, gesundheitliche, umweltverändernde und soziale Fragen hinter dem Rücken derer, die es ausbaden dürfen, beschließt. Das erste wäre sofortiger Baustopp, um das Thema unter uns Bürger zu bringen, Untersuchungen, Vorträge usw., damit jeder sich eine Meinung dazu bilden kann und dann: Abstimmung der Bürger! Das wäre die wünschenswerte Reihenfolge! In Heidenheim wird das Pferd leider von hinten aufgezäumt. Das schafft Wut- und Frustbürger, die hoffentlich auch alle auf ihrem Recht auf Mitbestimmung bestehen, zu unser aller Wohl und Zufriedenheit!

Sonja Gruner, Heidenheim

Heidenheimer Zeitung vom 20.01.2020 Nach dem Zuschlag für den Landkreis Heidenheim als Pionierregion lädt eine Initiative einen Umweltmediziner ein.

Heidenheim wird Musterregion für den neuen Mobilfunk-Standard 5G. Diese Ankündigung ist nicht nur ein Grund zur Freude, sondern für einige auch zur Sorge. Daher kamen mehr als 130 Zuhörer zum Talhof-Café Walden, um sich über Mobilfunk und Gesundheit zu informieren. Eingeladen hatte die Interessengemeinschaft 5G-frei Heidenheim in Kooperation mit der Attac-Gruppe sowie der ÖDP. Als Referent war der Freiburger Umweltmediziner Dr. Wolf Bergmann zu Gast mit seinem Thema: Wie der Mobilfunk dem Leben dazwischenfunkt.

Zwar sei unsere natürliche Umgebung voll von elektromagnetischer Strahlung wie zum Beispiel vom Licht, womit der Mensch gut zurecht komme. „Die Gefahr erwächst daraus, dass der Mobilfunk ausgerechnet die Frequenzen benützt, welche für die natürlichen Lebensvorgänge reserviert sind.“ Folge sei eine biologische Falschinformation und eine Fremdtaktung.

Nach Ansicht des Referenten wird der neue 5G-Standard die bisherigen Probleme noch vervielfachen. Die kurzwelligen Strahlen benötigen Kleinsendeanlagen alle 150 Meter, an Hauswänden, an Straßenlaternen, unter Gullydeckeln. Diese Belastung sei aber nicht erforscht. Außerdem berücksichtigen die bisherigen Grenzwerte einzig die thermische Belastung, also welche Wärmeenergie beim Körper eintrifft. Genauso wichtig seien die biologischen Wirkungen auf den Organismus, so die Ermahnung des Fachmanns.

Solange dies nicht untersucht sei, solle ein Moratorium für die Einführung von 5G gefordert werden. Bergmann führte als positives Beispiel das Verbot von 5G in der belgischen Hauptstadt Brüssel an, deren Oberbürgermeisterin dies prägnant begründete: „Die Brüsseler Bürger sind doch keine Labormäuse!“.

Das Risiko würde nicht nur von besorgten Bürgern als unkalkulierbar gesehen, die Versicherungswirtschaft in Form der weltgrößten Rückversicherer wie SwissRe oder Allianz sähen darin eine Höchstrisikotechnologie und lehnten sie als unversicherbar ab.

In der Diskussion kamen weitere Aspekte zur Sprache: nach Ansicht des Referenten seien für das Insektensterben nicht nur Pestizide verantwortlich, vielmehr reagierten die Insekten aufgrund ihrer Struktur extrem empfindlich auf die Mobilfunk-Frequenzen. Auch würde der Energieverbrauch durch die 5G-Technologie immens gesteigert.

Als Empfehlung an die veranstaltende Initiative nannte Bergmann eine Erfahrung aus seiner Heimatstadt Freiburg: Dort gab es eine Einwohnerversammlung, um weitere Aufklärung sowie ein 5G-Moratorium zu erwirken.

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft 5G- frei Heidenheim